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Wann das Pferd im Winter eindecken? Mit Temperatur Tabelle

Bitte beachte die Thermoregulation und das individuelle Kälteempfinden deines Pferds, um herauszufinden welche Pferdedecke bei welcher Temperatur benötigt wird. Die folgenden Angaben in der Temperatur Tabelle dienen als grobe Richtwerte zum Eindecken eines geschorenen gesunden Pferd. Hier die Pferd eindecken Temperatur Tabelle:

TemperaturPferdedecke
11 ℃ – 15 ℃Regendecke
6 ℃ – 10 ℃50 g Fütterung
1 ℃ – 5 ℃100 g Fütterung
-4 ℃ – 0 ℃200 g Fütterung
-5 ℃ & weniger300 g Fütterung
Geschorenes Pferd eindecken – Temperatur Tabelle

Die Thermoregulation beim Pferd

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Wann friert mein Pferd – Thermoregulation – Video von Equine Science Talk

Pferde sind sehr robust und können ihre Temperatur selber sehr gut regulieren. Sie können unterschiedlichsten Witterungsbedingungen trotzen. Ob Regen oder Schnee, Pferde können sich auf jedes Wetter einlassen. Sogar starke Minustemperaturen stellen kein Problem dar. Pferde können sich extrem gut anpassen. Ihr Winterfell ist sehr dicht, so dass ihnen auch schlechtes Wetter nichts ausmacht. Pferde haben einen optimalen Temperaturbereich, in dem sie sich wohlfühlen. Dieser liegt zwischen 5 und 25 Grad Celsius.

Pferde können sowohl im geschlossenen Stall gehalten werden, als auch tagsüber auf der Weide. Eine andere Art der Haltung ist die reine Außenhaltung. Dann sind sie Tag und Nacht auf der Koppel. Es steht ihnen aber ein offener überdachter Stall zur Verfügung, unter den sie sich bei schlechtem Wetter unterstellen und zurückziehen können.

Viele Pferdehalter nutzen bei niedrigen Temperaturen eine Pferdedecke, um ihr Pferd vor unangenehmer Witterung zu schützen. Man spricht vom sogenannten Eindecken der Pferde. Der Mensch hat einen anderen optimalen Temperaturbereich als sein Pferd. Daher sollte der Pferdebesitzer darauf achten, nicht von seinem persönlichen Temperaturempfinden auszugehen, wenn er gedenkt, sein Pferd einzudecken. Der Mensch friert 20 Mal schneller als das Pferd.

Pferde mit einem hohem Fettanteil halten der Kälte länger stand. Ihre Unterhautschicht ist dicker. Sie haben, aufgrund der angelegten Fettreserven, der Kälte mehr entgegenzusetzen, als es bei dünneren Pferden der Fall ist. Je größer und schlanker Pferde sind, desto mehr Wärme verliert ihr Körper im Winter. 75 Prozent ihrer Stoffwechselenergie benötigen Pferde, um ihre Temperatur zu regulieren. Die restlichen 15 Prozent nutzen sie für ihren Bewegungsapparat.

Um die Konstanz ihrer inneren Körpertemperatur, die im Normalfall bei 38 Grad Celsius liegt, zu erhalten, muss die Wärmeregulation der Pferdehaut, der Blutgefäße, des Fells und der Schweißdrüsen funktionieren. Über die Hautfläche wird zuviel produzierte Wärme abgegeben. Die Blutgefäße unter der Haut regulieren die Wärmeabgabe, in dem sie sich nach Bedarf zusammenziehen oder erweitern. Werden die Gefäße verengt, bleibt die Wärme beim Tier. Erweitern sich die Gefäße, wird Wärme vermehrt in die Außenwelt abgegeben. Durch den natürlichen Fellwechsel, der zweimal im Jahr stattfindet, wird die Kerntemperatur ebenfalls erhalten.

Das Fell nimmt im Frühjahr ab und wächst im Winter massiv. Je nach Außentemperatur wird das Pferdefell dicker oder länger. Die einzelnen Pferdehaare sind mit Fett überzogen, an denen der Regen oder die Luftfeuchtigkeit gut abperlen kann. Durch Haut und Fell ist das Pferd super isoliert. Wird das Fell zu oft gebürstet, geht die natürliche Isolation verloren und Wasser kann eindringen. Die Schweißdrüßen produzieren Schweiß auf der Haut, um das Pferd zu kühlen und die Temperatur zu regulieren und im optimalen Bereich zu halten. Wenn die Kerntemperatur des Pferdes erreicht ist, wird die Schweißproduktion zurückgefahren.

Ab wie viel Grad muss ein Pferd eingedeckt werden?

Pferde sollten ab ca. -15 Grad Celcius eingedeckt werden. Abhängig ist das natürlich auch von der rassetypischen Statur und vom Gesundheitszustandes des Tieres. Wichtig ist es, das Pferd erst einmal bei der Thermoregulation zu unterstützen, in dem es mit Rauhfutter ernährt wird. Unter Rauhfutter versteht man Heu, Gras, Heulage, Luzerne und Rübenschnitzel. Der Anteil an Rauhfutter sollte zwischen 70 und 100 Prozent betragen.

Sollte man auch ungeschorene Pferde eindecken?

Im Frühjahr werden Pferde geschoren, um sie vom Winterfell zu befreien. Im Winter ist das Fell oft so dick, dass manche Pferde zu schwitzen beginnen. Auch dann wird es geschoren. Mit der Schur geht den Pferden die isolierende Luftschicht des Winterfells verloren und sie müssen mehr Energie aufbringen, um ihre Temperatur zu regulieren. Scheren bei Pferden bietet sich nur an, wenn das Pferd viel leisten muss und schnell ins Schwitzen kommt, so dass sein Fell schlecht trocknet. Wenn ungeschorene Pferde eingedeckt werden, sollte es eine dünnere Decke sein als bei Pferden, die geschoren wurden. Die Körpertemperatur des Tieres lässt sich leicht unter der Decke erfühlen. Ist die Decke zu schwer oder zu dick, wird das Pferd zu warm und verliert beim Putzen zu viel Fell. Eine zu warme Decke kann den Stoffwechsel des Tieres stark belasten und es gesundheitlich schädigen. Es gilt also, das Tier regelmäßig zu beobachten und zu erfühlen. Ungeschorene Pferde eindecken macht Sinn, wenn man die Zeit auch aufbringen kann, die Thermoregulation zu kontrollieren.

TemperaturPferdedecke
6℃ – 10 ℃Regendecke
1 ℃ – 5 ℃50 g Fütterung
-14 ℃ – 0 ℃150 g Fütterung
-15 ℃ & weniger200 g Fütterung
Ungeschorenes Pferd eindecken – Temperatur Tabelle

Pferd eindecken – Wie viel Gramm wird benötigt?

Fällt die Temperatur unter Minus 5 Grad ist eine 300 g schwere Decke ausreichend. Wie viel Gramm benötigt wird, ist natürlich auch abhängig von der Pferderasse oder der Statur des Tieres.

Wie viel Gramm wird beim geschorenen Pferd benötigt?

Bei geschorenen Pferden sollte man auf 300 g schwere Decken ausweichen. In der Übergangszeit im Frühling und Herbst benötigt es nur eine Übergangsdecke, die in der Regel wattiert ist. Decken für den Übergang haben ein Gewicht von 50 bis 100 g.

Wie viel Gramm benötigt wird, ist auch bei geschorenen Pferden von der Schur selber, von der Statur, Rasse und dem Gesundheitszustand des Pferdes abhängig.

Muss ich ein altes Pferd eindecken?

Auch ältere Tiere benötigen eine etwas dickere Decke mit 300 g, da ihr Fell und ihre Haut nicht mehr so dick und funktionstüchtig sind. Ein altes Pferd eindecken, ist empfehlenswert, da diese Tiere sich oft selbst, aufgrund ihres Alters, schwer regulieren können.

Pferd eindecken – Die Regeln

Pferde die ausschließlich in Weidehaltung gehalten werden, sollten nicht geschoren werden, da ihnen sonst der Schutz vor dem wechselhaften ständigen Wettereinfluss verloren geht. Diese Tiere sollte man auch nicht eindecken. Regendecken sind bei Dauerregen nicht zu 100 Prozent dicht, so dass man den Pferden in der Außenhaltung mit der Eindeckung erst recht schaden würde, da sie dann komplett nass wären und zu frieren beginnen würden. Sie zittern dann die ganze Zeit und verbrauchen zu viel Energie, um der andauernden Kälte entgegen zu wirken.

Beim Pferd eindecken Regeln beachten!
Wird das Pferd überwiegend im geschlossenen Stall gehalten und arbeitet es zudem hart und viel, empfiehlt sich der Einsatz einer Pferdedecke. Wenn das Fell durchgeschwitzt ist, trocknet es im Stall nicht so schnell und es besteht die Gefahr einer Erkältung, Infektion oder Kolik. Um eine Überhitzung zu vermeiden, muss das Tier immer mal wieder kontrolliert werden.

Pferd eindecken – Die Regeln

  • Nicht nach dem eigenen körperlichen Empfinden gehen.
  • Das Pferd muss bei Eindeckung unter Aufsicht bleiben.

Mit dem Scheren greift man bei Pferden in den natürlichen Zyklus ein. Bei kühleren Temperaturen sollte man die Pferde nach einem Ausritt oder einem Turnier unbedingt eindecken.

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Braucht mein Pferd eine Decke im Winter? – Video von Pferdeprofi Sandra Schneider

Was macht eine gute Pferdedecke aus?

Jedes Pferd sollte seine persönliche Decke bekommen, die perfekt an der Anatomie des Pferdes angepasst sein sollte. Sie muss gut sitzen, damit Druckstellen beim Pferd vermieden werden. Für ein Pferd empfiehlt sich eine dünnere Übergangsdecke und eine etwas dickere Decke mit 300 bis 400 g für kältere Nächte. Dünnere Übergangsdecken sind oft auch mit Fleece unterfüttert. Es gibt aber auch reine Regendecken, die wasserabweisend sind und sowohl für den Stall, als auch für die Koppel geeignet sind. Die Decke sollte bissfest sein. Das Pferd sollte mehrere Decken zum Austausch besitzen, da die Decke natürlich immer sauber sein sollte. So kann eine Decke zwischendurch auch einmal gereinigt werden, ohne dass das Pferd nicht eingedeckt ist. Neben einer dicken Decke, ist eine atmungsaktive Abschwitzdecke unbedingt anzuschaffen.