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So misst du die Deckengröße für dein Pferd richtig

Es gibt zahlreiche verschiedene Pferdedecken. Von atmungsaktiven Abschwitzdecken über dichte Fliegendecken bis hin zur gefütterten Outdoordecke – und jede dieser Decken sollte optimal auf deinem Pferd liegen. Das bedeutet, dass sie sich angenehm anschmiegen und deinem Pferd absolute Bewegungsfreiheit bieten sollte. Gleichzeitig darf eine Decke nicht verrutschen oder gar scheuern. Dies gilt insbesondere für Modelle, mit denen dein Pferd fast den gesamten Tag auf der Weide oder im Stall eingedeckt ist, wie es bei Ekzemer-, Regen- oder Winterdecken oft der Fall ist. Um die richtige Deckengröße für dein Pferd herauszufinden, solltest du deinen Liebling vor dem Kauf einer neuen schicken Decke ausmessen.

Warum ist die Deckengröße wichtig?

Egal welche Funktion die jeweilige Decke erfüllt und unabhängig von ihrer Marke, sollte sie deinem Pferd bestmöglich passen. Wenn die Decke beispielsweise zu klein und damit zu eng sitzt, stört sie dein Pferd beim Laufen und Toben auf der Weide sowie beim Fressen. Ausreichender Platz am Hals und an der Brust ist daher wichtig. Bei einer zu großen Decke besteht wiederum Verletzungsgefahr. Ist die Decke an der Brust zu weit, könnte sich dein Pferd beispielsweise beim Wälzen verheddern. Außerdem können sowohl zu kleine als auch zu große, rutschende Decken zu schmerzhaften Scheuerstellen führen.

Decken, die nicht gut sitzen, verlieren zudem an Wirkung: Eine unpassende Winterdecke hält dein Pferd beispielsweise nicht richtig warm. Eine zu kleine Fliegendecke lässt unter Umständen Hautstellen frei, die Bremsen und Mücken unerwünschte Landemöglichkeiten bieten. Mit einer Decke in der passenden Größe ist dein Pferd hingegen rundum gut geschützt.

Welche Rolle spielt das Stockmaß bei der Deckengröße?

Vom Stockmaß deines Pferdes kannst du erste Rückschlüsse auf die passende Deckengröße ziehen. Eine Pferdedecke in der Größe 125 wird beispielsweise keinem Pferd mit dem Stockmaß 165 Zentimetern passen. Umgekehrt versinkt ein Pony mit einem Stockmaß von circa 130 Zentimetern in einer Decke mit der Größe 155. Doch das Stockmaß reicht leider nicht aus, um die richtige Deckengröße zu bestimmen.

Die Rückenlänge entscheidet

Denn so wie wir Menschen sind auch alle Pferde unterschiedlich gebaut: Das eine Pferd ist ein wahrer Muskelprotz mit kurzem Rücken, breiter Brust und einem tiefen Halsansatz; das andere ist eher schmal, mit langem Rücken sowie hohem Halsansatz.

Um die richtige Deckengröße bestimmen zu können, musst du die Rückenlänge deines Pferdes ausmessen (vom Widerrist bis zum Schweifansatz). Tatsächlich bezieht sich nämlich die Deckengröße auf ebendiese Länge – zumindest in Deutschland. In manchen anderen Ländern wird statt der Rückenlänge die Unterlänge des Pferdes berücksichtigt (von der Brust bis zur Flanke), beispielsweise in den Niederlanden. Wie sich die Deckengrößen in Deutschland und den Niederlanden genau unterscheiden, erfährst du übrigens in unserem Blog-Beitrag Pferdedeckengrößen Holland vs. Deutschland – Der Unterschied.

So misst du die Deckengröße deines Pferdes

Zum Ausmessen deines Pferdes solltest du ein flexibles Maßband verwenden. Solltest du kein Maßband zur Hand haben, kannst du alternativ zu einem Faden oder einem Strohband greifen. Das Band kannst du entweder markieren oder an entsprechender Stelle abschneiden und anschließend mit einem Zollstock die Rücken- sowie Unterlänge deines Pferdes bestimmen.

Miss ruhig beide Längen, sodass du diese beim Kauf einer Decke parat hast. So bist du auf der sicheren Seite. Um dir das Ausmessen zu erleichtern, kannst du eine Freundin oder einen Bekannten bitten, dein Pferd während des Messens festzuhalten.

Rückenlänge ausmessen

Die Rückenlänge oder Oberlänge deines Pferdes bestimmst du, indem du die Länge vom Widerrist bis zum Schweifansatz misst. Das Maßband liegt dabei locker auf dem Pferderücken entlang der Wirbelsäule auf. Bei den meisten Decken entspricht diese Länge der angegebenen Deckengröße. Wenn der Rücken deines Pferdes zum Beispiel circa 145 Zentimeter lang ist, passt deinem Pferd entsprechend eine Decke in der Größe 145.

Unterlänge ausmessen

Für die Unterlänge misst du die Länge deines Pferdes von der Mitte der Brust entlang des Bauches und der Flanke bis zur Hinterhand. Das Maßband sollte nicht durchhängen. Wenn dein Maßband zu kurz ist, kannst du in mehreren kleinen Schritten messen.

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Video von Bucas Rugs – How to measure your horse

Die verschiedenen Größenangaben in Zentimeter, Feet und Inches

Wenn du dein Pferd so ausgemessen hast, kannst du nach passenden Decken schauen. Je nach Hersteller werden die Deckengrößen in Zentimeter, Inches oder Feet angegeben. Die deutschen Standardgrößen gehen von 75 bis 170 Zentimetern und steigen in Fünferschritten. In den Niederlanden lauten die Standardgrößen 115 bis 215 Zentimeter und in den USA, wo die Deckengrößen in Inches angegeben werden, von 45 bis 90 Inches. Britische und irische Modelle werden in Feet gemessen, wobei die kleinsten Decken 3‘9 Feet und die größten Modelle bis 7‘6 Feet lang sind.

Doch keine Bange: Du musst nicht im Kopf Zentimeter in Inches oder Feet umrechnen, solltest du eine Decke einer internationalen Marke, wie beispielsweise Bucas, kaufen wollen. Meist sind bei den Decken alle drei Maße (Zentimeter, Inches und Feet) angeben. In diesem Fall orientierst du dich an der Zentimeterangabe, die sich in der Regel auf die Rückenlänge bezieht.

Berücksichtige den Körperbau deines Pferdes

Bei der Wahl der richtigen Decke solltest du des Weiteren den Körperbau deines Pferdes berücksichtigen. Ist dein Pferd gut bemuskelt und hat einen hohen Halsansatz? Dann solltest du deine Decke eine Nummer größer wählen, sprich statt zum Beispiel einer Decke in 145, eine Decke in 150. Dein Pferd ist eher schlank mit einem tiefen Halsansatz? Dann entscheide dich für eine Decke, die eine Nummer kleiner ist als deine ausgemessene Länge, also zum Beispiel Größe 140.

Der Schnitt der Decke

Decken gibt es in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Viele Decken, gerade Outdoordecken, überzeugen mit einem klassischen Schnitt. Häufig besitzen diese Decken Gehfalten, für mehr Bewegungsfreiheit, sowie Polsterungen am Widerrist. Daneben gibt es Modelle mit einem hohen Halsausschnitt, der über die gesamte Schulter bis zum Halsansatz führt, sowie Decken, bei denen ein Halsteil fest integriert ist. Weiter findest du bei Abschwitzdecken häufig Exemplare, die lediglich über die Nieren reichen. Bei Fliegendecken punkten viele Modelle des Weiteren mit einem breiten Bauchlatz. Diese unterschiedlichen Formen solltest du beim Kauf ebenfalls berücksichtigen.

Sicherer Halt

Für den perfekten Halt der Decken sorgen einfache oder doppelte Frontverschlüsse, (abnehmbare) Kreuzgurte und ein Schweifriemen. Outdoor-, Ekzemer- und Stalldecken bieten außerdem oftmals einen Schweiflatz sowie Beingurte. Die Länge der jeweiligen Gurte kannst du individuell auf dein Pferd einstellen, ebenso wie den Frontverschluss, den du dank mehrerer Ösen anpassen kannst.

Zweifel? Ausprobieren!

Du hast dein Pferd ausgemessen, bist dir aber dennoch unsicher, welche Deckengröße die richtige ist? In unserem Artikel So rutscht die Pferdedecke nicht mehr nach hinten findest du hilfreiche Tipps, was du beim Kauf einer Pferdedecke beachten solltest und welche Decken sich für bestimmte Rassen am besten eignen.

Oder schwankst du zwischen zwei verschiedenen Größen? Dann probiere beide Größen aus! Entweder bestellst du dazu zwei Exemplare deiner Wunschdecke oder du fragst am Stall Freunde und Bekannte, ob du von ihnen Decken in den jeweiligen Größen testen darfst. Bei der Anprobe solltest du allerdings eine alte Decke unter die neuen Modelle legen. So kannst du das Modell, das nicht passt, problemlos wieder zurückschicken.