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Was bedeutet die Denier Angabe bei Pferdedecken?

Welcher Pferdebesitzer kennt es nicht: Das Traumpony, unser ein und alles, steht mit zerrissener Decke auf der Weide. Manche Löcher lassen sich vielleicht noch flicken. Wenn aber bereits das Futtermaterial in Fetzen herunterhängt, ist es meistens um die teure Decke geschehen. Pferde sind Wildtiere, entsprechend interessiert es sie nicht, ob wir für den dann und wann lästigen Sack auf ihrem Rücken viel Geld ausgegeben haben. So wird er gerne zum Gegenstand von Spielen mit den Artgenossen, die in der Decke eine gute Gelegenheit zum Zupacken mit den Zähnen sehen. Völlig verhindern lässt sich eine kaputte Decke vermutlich nicht, allerdings gibt es Qualitätsmerkmale, die für höhere Reißfestigkeit stehen. Dazu gehört, neben dem Material, auch die Anzahl der Denier. Was das bedeutet, welchen Einfluss es auf die Beschaffenheit der Decke hat und worauf du beim Kauf achten solltest, haben wir für dich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Woher kommt der Begriff Denier?

Denier ist eine Maßeinheit, verwendet wird sie auch heute noch in der Textilbranche. Ihre Ursprünge hat dieses Maßsystem, dass die Feinheit eines Materials angibt, in der französischen Seideverarbeitung. Gemessen wurde das Gewicht eines Seidefadens pro normierter Länge. Zunächst wurde die Feinheit in Denier pro 9600 Ellen, wobei ein Denier 1,2739 Gramm wog und eine französische Elle 1,188 Meter maß. Ab dem Kongress in Paris im Jahr 1900 wurde das System in Gramm pro Meter vereinheitlicht.

Die umgekehrte Rechnung, also die Angabe, wie viel Meter ein normiertes Gewicht ergaben, wurde 1942 in Deutschland verpflichtend eingeführt. Durchsetzen konnte sich dieses System aber gegenüber dem Gewichtsmaß auf Dauer nicht.

Was bedeutet Denier?

Heute ist der Begriff Denier immer noch in der Textilindustrie für Strumfphosen und Motorradbekleidung gebräuchlich und gibt die Feinheit eines Materials an, im Fall von Pferdedecken wohl eher als Grobheit zu bezeichnen. Bei Strümpfen ist die Bedeutung von Denier am anschaulichsten zu erklären: Je niedriger die Anzahl der Denier, desto feiner und durchsichtiger ist der Strumpf. Definiert ist ein Denier durch ein Gramm pro 9.000 Meter Garn. 20 Denier entsprechen also 20 Gramm pro 9.000 Meter Garn.

Was sagt die Denierzahl bei Pferdedecken aus?

Die Logik sagt uns: Je schwerer und damit dicker der Faden, desto reißfester das Gewebe. Das ist grundsätzlich richtig. Wenn du also auf der Suche nach einer strapazierfähigen Weidedecke bist, die auch Herdenhaltung überlebt, solltest du zunächst auf eine hohe Denierzahl achten. Darüber hinaus spielt aber auch das Material eine wichtige Rolle. Wenn du besonderen Wert auf Reißfestigkeit legst, sind Nylon und Polyester eine gute Wahl. Einige Hersteller setzen mittlerweile sogar auf ballistisches Nylon, das ursprünglich aus der Waffenindustrie kommt. Damit kann der Decke deines Pferdes (fast) nichts mehr passieren!

Wie viel Denier haben die meisten Pferdedecken?

Über die Jahre haben sich bei den Herstellern bestimmte Denier bei Pferdedecken als für unterschiedliche Anforderungen brauchbar erwiesen. Für eine Stalldecke reichen die niedrigsten handelsüblichen 420 Denier vermutlich vollkommen aus, wohingegen für Paddock und Weide zwischen 600 und 1.200 Denier sinnvoll sind. Manche Hersteller bieten bereits extrem belastbare Decken mit 3.600 Denier an. Wichtig ist, dass du beim Kauf auch auf das Material achtest.

Wie wird Denier in Onlineshops angegeben?

„Denier“ wird in den meisten Onlineshops nicht ausgeschrieben. Oft werden die Abkürzungen D, den oder DEN verwendet. Die Pferdedecke hat dann zum Beispiel 1.200D. Manche Hersteller verwenden die Zahl bereits in der Produktbezeichnung, sodass du die Denier bei Pferdedecken bereits im Namen ablesen kannst. Einige Onlineshops bieten auch Suchfilter an, sodass dir nur die für dich relevanten Decken angezeigt werden.